Die Pläne stoßen jedoch auf Unsicherheit. Bei einem Truppenbesuch in Litauen hörte Högl "viele Fragen und Sorgen“: Wann genau beginnt der Einsatz? Wie lange dauert er? Wo sind die Familien untergebracht? Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wirbt dafür, Angehörige mitzunehmen, und verhandelt mit Litauen über familienfreundliche Wohnungen, deutschsprachige Kitas und Schulen. Dennoch bleiben Zweifel: "Die Planungsunsicherheit belastet“, kritisiert Högl.
Die "Kaltstart-Akte“ verlangt von Soldaten, auch über den eigenen Tod nachzudenken. Musterformulare für Testamente, Patientenverfügungen und Notfallkontakte sollen helfen, das "Wertvollste“ – die Familie – zu schützen. "Im Kriegsfall muss jeder wissen, wer Entscheidungen trifft, wenn ich es nicht mehr kann“, heißt es darin. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Bundeswehr in den Mittelpunkt der Landesverteidigung zurückkatapultiert. Statt Fern-Einsätzen wie in Afghanistan steht nun die Abschreckung an der NATO-Ostflanke im Fokus. Für Litauen, wo die Angst vor einem russischen Überfall allgegenwärtig ist, wird die deutsche Brigade zum Symbol der Bündnistreue. Doch die psychische Belastung für Soldaten und Familien ist enorm. "Krieg ist keine Fernsehshow“, warnt Högl. Die "Kaltstart-Akte“ soll helfen, das Undenkbare planbar zu machen – doch die größte Herausforderung bleibt die mentale Vorbereitung auf eine neue Ära der Unsicherheit.